Vier Tage zwischen Geschichte, Glauben und Gozo.
Malta ist kein klassisches Badeziel. Malta ist eine Kulturreise.
Feuerwerke über Valletta, mittelalterliche Gassen, uralte Tempel, kristallklares Wasser und Frauen, die ihre Geschichte mit Leidenschaft erzählen: Vier Tage auf Malta haben gereicht, um mich nachhaltig zu begeistern.
Ende April geht es für mich gemeinsam mit einer bunt gemischten Gruppe und trendtours auf die Insel Malta. Während der Hinflug noch über Frankfurt führt, klappt es auf dem Rückweg ganz entspannt mit einem Direktflug nach Hamburg. Nach knapp drei Stunden landet man in einer völlig anderen Welt: goldfarbener Kalkstein, tiefblaues Meer, kleine Buchten, Palmen und eine erstaunliche Vielfalt auf engstem Raum.


Unser Zuhause für die kommenden Tage ist das Riviera Spa Resort im Norden Maltas, ein Adults-only-Hotel mit Blick Richtung Gozo. Von hier aus scheint die kleine Nachbarinsel zum Greifen nah. Wer als Elternteil reist, kennt vielleicht das Gefühl: Man freut sich auf ein paar Tage Auszeit und fragt sich gleichzeitig, ob man die Kinder vermissen wird.
Ich gebe zu: In diesen vier Tagen habe ich keine Kinder vermisst. Natürlich habe ich sehr oft an meine eigenen gedacht. Aber es war auch schön, einmal nur Reisende zu sein.
Die Zimmer sind modern eingerichtet, sauber und komfortabel. Das Personal, dem wir begegnen, zeigt sich herzlich. Was sich als roter Faden durch diese Reise ziehen wird, denn was sie besonders macht, sind – neben den vielen unterschiedlichen Orten – die Menschen, denen wir begegnen.
Ein Abend voller Geschichte in Vittoriosa
Noch am ersten Abend führt uns die Reise nach Vittoriosa, auch Birgu genannt, eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städte Maltas. Unser Ziel: „A Taste of History“ im historischen Inquisitorenpalast von Heritage Malta.

Schon der Ort beeindruckt: historische Mauern, sakrale Kunst, prachtvolle Gemälde und überall die Spuren einer tief verwurzelten christlichen Geschichte. Maria, Heilige, Altäre und religiöse Symbole begegnen einem auf Malta beinahe überall, denn die Insel ist bis heute stark vom katholischen Glauben geprägt.
Schließlich nahmen wir in einem mittelalterlich anmutenden Saal Platz, eine große runde Tafel ist festlich gedeckt. Kerzenlicht, historische Gemäuer und das Gefühl, für einen Abend in eine andere Zeit einzutauchen – genauer gesagt ins 18. Jahrhundert.

Das Menü orientiert sich an historischen Rezepten und gibt uns Einblicke in die Esskultur vergangener Jahrhunderte. Besonders spannend ist ein bittersüßes Orangensorbet, dessen Rezept auf ein altes maltesisches Manuskript aus dem 18. Jahrhundert zurückgeht. Damals wurde Eis sogar aus Sizilien importiert – eine Notiz, die zeigt, wie eng Malta seit Jahrhunderten mit dem Mittelmeerraum verbunden ist.
Auch ein cremiges Risotto mit Thunfisch bleibt mir in Erinnerung: überraschend schlicht und doch voller Geschmack. Diese Charakteristika der maltesischen Küche begegnen uns während der Reise immer wieder: Bodenständigkeit trifft auf mediterrane Einflüsse und die saisonalen Rezepte sind eng mit der Geschichte der Insel verbunden.
Spätestens an diesem Abend wird mir klar:
Malta ist kein klassisches Badeziel.
Malta ist eine Kulturreise.
Die Drei Städte, Valletta und ein Feuerwerk für die Seele
Am nächsten Morgen geht es mit unserer Guide Maria Odette Ophelia weiter. Ihre Begeisterung für die Insel macht Geschichte lebendig.
Unser Weg führt zunächst in die Drei Städte. In Cospicua spazieren wir entlang der Marina, vorbei an historischen Mauern, kleinen Cafés und luxuriösen Yachten. Anschließend geht es durch die Gassen von Vittoriosa: vorbei an den typischen bunten Holzbalkonen und kleinen Plätzen, die wirken, als sei die Zeit stehen geblieben.

Mittags ein weiterer kulinarischer Klassiker: Pasta mit Kaninchen, dieses gilt auf Malta bis heute als traditionelle Spezialität.
Mein persönliches Highlight soll jedoch noch folgen.
Vom Grand Harbour aus steigen wir in eine traditionelle Dgħajsa – die kleinen maltesischen Holzboote, die seit Jahrhunderten Menschen über den Hafen transportieren. Langsam gleiten wir über das Wasser in Richtung Valletta.
Links die historischen Festungsanlagen, rechts die Drei Städte, vor uns die majestätische Silhouette der Hauptstadt.

So, stelle ich mir vor, muss sich Venedig angefühlt haben, bevor die großen Touristenströme kamen.
Valletta selbst begeistert mich sofort: prachtvolle Paläste, kleine Boutiquen, Cafés, kulturelle Highlights wie die Malta Biennale. Elegant und lebendig zugleich. Geschichte und Gegenwart begegnen sich hier auf Schritt und Tritt.
Ein absolutes Muss ist die St. John’s Co-Cathedral. Schon von außen beeindruckend, verschlägt sie einem im Inneren regelrecht den Atem. Gold, Marmor, Kunstwerke und unzählige Details machen sie zu einem der eindrucksvollsten sakralen Bauwerke Europas.
Am Abend schließlich das große Finale des Malta International Fireworks Festival. Und was dann folgt, ist weit mehr als ein Feuerwerk.

Unsere Reiseleiterin mit dem göttlichen Namen Maria Odette Ophelia – allein der Name klingt wie aus einem Roman – genießt diesen Abend mit uns besonders. Seit ihrer Kindheit liebt sie die maltesischen Feuerwerke und alles, was damit zusammenhängt. Ihre Begeisterung ist ansteckend.
Über dem Grand Harbour entstand eine fast magische Atmosphäre. Familien, Freunde und Besucher versammelten sich entlang des Wassers, eine riesige Tribüne war aufgebaut. Farben spiegeln sich auf dem Meer, die historischen Mauern Vallettas werden zur Kulisse eines spektakulären Schauspiels. Ergänzt wird die Show durch beeindruckende Drohneninszenierungen, die den Nachthimmel über Malta in eine großartige Bühne verwandeln.
In diesen Momenten zeigt sich, wie stolz die Malteser auf ihre Kultur und ihre Traditionen sind.
Von Mosta bis Mdina
Der nächste Tag führt uns quer über die Insel.
Ein kurzer Stopp am berühmten Popeye Village zeigt eine andere Seite Maltas. Die ehemalige Filmkulisse liegt malerisch in einer türkisfarbenen Bucht und zählt heute zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der Insel.
Weiter nach Mġarr. Die kleine Bucht gehört zu den schönsten Badeorten der Reise. Das Wasser schimmert in unzähligen Blautönen, Fischerboote liegen vor Anker, die Zeit scheint langsamer zu vergehen. Auf meinem Handy speichere ich später ein Foto mit den Worten:
“May every sunset bring you peace.”
Genau dieses Gefühl beschreibt Mgarr perfekt.

Danach Mosta. Dort probieren wir Pastizzi – knusprige Teigtaschen, traditionell mit Ricotta- oder Erbsenfüllung. Unglaublich lecker. Von außen außerdem die berühmte Rotunde von Mosta mit ihrer imposanten Kuppel.
Später erzählt uns Ophelia mehr über die berühmten maltesischen Holzbalkone, die bis heute viele Häuser prägen.
Früher, so erklärt sie, waren die Rollen klar verteilt: Die Männer arbeiteten hart, um die oft sehr großen Familien zu versorgen, während die Frauen sich um Haushalt und Kinder kümmerten.


Die Männer trafen sich nach der Arbeit in den Kneipen – Orte, die Frauen damals meist nicht betreten durften. Stattdessen beobachteten viele Frauen das Leben auf den Straßen von den geschlossenen Balkonen aus, geschützt vor neugierigen Blicken und doch mitten im Geschehen.Heute sieht man dort kaum noch jemanden sitzen. Malta hat sich verändert. Immer mehr Frauen arbeiten, gestalten das öffentliche Leben mit und übernehmen Führungspositionen.
„Wir hatten bereits drei Präsidentinnen“, erzählte uns unsere Guide nicht ohne Stolz. „Das zeigt, wie sehr sich die Mentalität auf Malta gewandelt hat.“
Weiter zur Blauen Grotte bei Żurrieq. Türkis und tiefes Blau wechseln sich je nach Sonnenstand ab. Leider können wir die Grotte aufgrund des Windes nicht mit dem Boot erkunden, bei ruhigem Wetter ist diese Tour jedoch unbedingt empfehlenswert.

In Marsaxlokk die berühmten bunten Luzzu-Boote. Direkt am Hafen frischen Fisch und Pasta mit Oktopus, dazu Sonne und Blick aufs Wasser.
Später steht Mdina auf dem Programm. Die ehemalige Hauptstadt Maltas wird nicht umsonst die „Stille Stadt“ genannt. Die engen Gassen, die sandfarbenen Paläste und die jahrhundertealten Mauern wirken fast wie eine Filmkulisse. Direkt daneben Rabat – ebenfalls voller Geschichte und Charme.
Direkt daneben liegt Rabat – ebenfalls voller Geschichte und Charme.


Am Abend essen wir mit Eva Große, einer besonderen Frau, die seit ein paar Jahren auf Malta lebt, die Insel in- und auswendig kennt und sich mit großer Herzlichkeit um die Gäste von trendtours kümmert. Sie ist es auch, die uns einen herzlichen Empfang im Hotel bereitet. Mit ihrer ruhigen, humorvollen Art schafft sie genau das, was gute Gastgeber ausmacht: Man fühlt sich aufgehoben.
Ebenfalls in Erinnerung bleibt Maricja Bezzina, Director of Business Development des Riviera Spa Resort. Beim gemeinsamen Dinner erzählt sie mit großer Leidenschaft von Malta, seiner Entwicklung als Reiseziel und den besonderen Qualitäten der Insel. Wichtig ist ihr ein authentischer und nachhaltiger Tourismus – einer, der die Schönheit und Kultur Maltas bewahrt und gleichzeitig offen für neue Gäste bleibt.
Gozo – die Insel in der Insel
Am nächsten Morgen wartete bereits das nächste Highlight: Gozo.
Allein die Überfahrt ist wunderschön: Langsam nähert sich die kleinere Schwesterinsel Maltas aus dem Morgenlicht heraus.
Auf Gozo wirkt alles etwas ruhiger und etwas ursprünglicher.
Unser erster Weg führt uns nach Xwejni und Żebbuġ. Dort treffen wir Josephine Xuereb, deren Familie seit Jahrzehnten Meersalz gewinnt. Die traditionellen Salzpfannen gehören zu den eindrucksvollsten Landschaften Gozos, Tradition und Alltag sind hier eng verbunden.


Anschließend erkundeten wir die mächtige Citadella von Victoria. Von hier aus eröffnet sich ein spektakulärer Blick über die gesamte Insel. Später frischer Fisch und Oktopus in Munxar, bevor es weiter nach Xlendi geht – eine der schönsten Buchten Gozos mit kristallklarem Wasser und spektakulären Felsformationen.

Den Abschluss bildet ein Besuch der Ġgantija-Tempel. Sie zählen zu den ältesten freistehenden Bauwerken der Welt und sind sogar älter als die Pyramiden von Gizeh.
Spätestens hier wird mir klar:
Malta ist weit mehr als Sonne und Meer: Malta hat Magie.
Malta ist voller Geschichte, Kultur, Natur, Legenden und Begegnungen.
Ach ja – und noch etwas fällt auf: Auf Malta leben erstaunlich viele Katzen, mit extra Straßenschildern wird auf sie aufmerksam gemacht.

Die Frauen, denen ich auf Malta begegne, erinnern mich ein wenig an diese Katzen: unabhängig, lebendig und würdevoll.
Verwurzelt und gleichzeitig frei. Offen für Neues und dennoch verbunden mit ihren Werten, ihrer Geschichte, ihrer Familie und ihrem Glauben. Malta besteht aus jahrtausendealten Geschichten sowie faszinierenden Legenden.
Malta besteht aus jahrtausendealten Geschichten und faszinierenden Legenden. Die Malteser sind stolz auf ihre Geschichte, ihren Glauben und ihre Traditionen – und begegnen ihren Besuchern dabei gleichzeitig mit einer Offenheit und Herzlichkeit, die man nicht überall findet. Als ich nach vier Tagen wieder im Flugzeug nach Hamburg sitze, habe ich nicht das Gefühl, einfach nur ein weiteres Reiseziel besucht zu haben, sondern einen Ort, der seine Geschichte bewahrt hat, ohne stehen geblieben zu sein.





Tipps für 2027
Wer Malta einmal von seiner besonders lebendigen Seite erleben möchte, sollte folgende Veranstaltungen im Blick behalten:
- Malta International Fireworks Festival (Frühjahr 2027)
- Karneval auf Malta (Februar 2027)
- Birgu by Candlelight (Oktober 2027)
Weitere Informationen
- Visit Malta: https://www.visitmalta.com/de/
- Visit Malta Deutschland (Instagram): https://www.instagram.com/visitmaltade/
- Heritage Malta: https://heritagemalta.mt/
- Inquisitor’s Palace: https://heritagemalta.mt/explore/the-inquisitors-palace/
- Malta Biennale: https://maltabiennale.art/
- trendtours Malta-Reisen: https://www.trendtours.de/reisen/malta

