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Gipfelglück trotz Dauerregen: Unsere Gruppentour am Wilden Kaiser

Zwei Wanderinnen mit Rucksäcken und Regenjacken gehen einen Schotterweg bergauf, im Hintergrund weitere Wanderer auf einem grünen Hang
Foto: Fabio Keck

Bereits zum vierten Mal feierte die norwegische Outdoor-Marke Helly Hansen den Juni als Open Mountain Month und lud Menschen aus aller Welt ein, gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen – egal, ob erfahrene Bergsportfans oder jene, die die Natur neu für sich entdecken möchten. Wir durften die besonderen Momente, die entstehen, wenn Menschen gemeinsam draußen unterwegs sind, selbst miterleben. Unsere Eindrücke sowie Wissenswertes zum Thema Routenplanung, Sicherheit am Berg, Pflege von Funktionskleidung und Equipment sowie Routentipps für den weiteren Wandersommer am Wilden Kaiser geben wir euch an dieser Stelle mit!

Foto: Fabio Keck

Ob beim Wandern, Trailrunning, Klettern oder bei lokalen Community-Events – der Open Mountain Month soll inspirieren, neue Herausforderungen anzunehmen, Grenzen zu verschieben und die Kraft der Natur gemeinsam zu erleben. Und genau das haben wir zusammen mit den Ausrüstern Helly Hansen und Gregory am Wilden Kaiser getan. Ziel der von zwei Bergführern begleiteten Gruppentour war das Ellmauer Tor, „Herzstück des Wilden Kaisers“ auf fast 2.000 Metern Höhe, inklusive Klettersteig.

Nach einer ersten Einheit in der Kletterhalle im Kaiserbad Ellmau, bei der wir die Grundlagen der Sicherungstechnik erlernen und erste Höhenängste abbauen konnten, ging es von der wunderschönen Wochenbrunner Alm aus Richtung Gaudeamushütte, wo wir auf 1.263 Metern Höhe zum ersten Mal Schutz suchen mussten, denn eine war an diesem Sommertag leider nicht mit von der Partie: die Sonne. Es regnete ununterbrochen und so wurden nicht nur unsere mentale Stärke, sondern auch die Loke Jackets von Helly Hansen direkt mal auf die Probe gestellt. Das passte aber eigentlich ganz gut, verfolgt die norwegische Outdoorbrand mit der Entwicklung ihrer funktionalen Bekleidung doch seit 1877 das Ziel, professionellen Ansprüchen gerecht zu werden und Menschen auch unter widrigsten Bedingungen zu schützen. Spoiler: Härtetest bestanden. Unter der leichten Bestseller-Regenjacke, die zum Start in die neue Bergsaison noch mal verbessert wurde, blieb alles trocken. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung“ – Danke, Helly Hansen, für den bestmöglichen Beweis.

Foto: Fabio Keck

Das außergewöhnliche Essen und die gute Stimmung auf der „Gaudihütte“ beflügelten uns zusätzlich für die weitere Route. Einzig: an einen Klettersteig war aufgrund der Witterung an diesem Tag nicht zu denken. Safety first, entschieden die Bergführer David und Georg, insbesondere mit Blick auf einige Kletterneulinge in der Gruppe. Also ging es über einen der vielen Wanderwege am Wilden Kaiser einige Etagen höher zur Gruttenhütte auf 1.620 Metern, wo uns nicht nur ein unterhaltsamer Hüttenwirt und sein großartiges Team, sondern auch ein köstliches Abendessen und eine trotz des Dauerregens ausgelassene Stimmung erwarteten. Generell besticht die Region Wilder Kaiser durch eine beeindruckende Vielfalt an Berghütten – von urigen Almen mit jahrhundertealter Geschichte bis hin zu modernen Bergrestaurants mit innovativer Küche. Dabei ist überall zu spüren, dass hier großer Wert auf regionale Qualität gelegt wird.

Foto: Fabio Keck

Zwischendurch blieb noch ein wenig Zeit für einen Workshop mit den Bergführern sowie Helly Hansens Outdoor-Spezialistin, Freeriderin und Filmproduzentin Sandra Lahnsteiner, die uns anschaulich erklärten, was es bei der Routenplanung im Vorfeld zu beachten gibt und wie man sich schützt, wenn man trotz sorgfältigster Vorbereitung beispielsweise doch mal in ein Gewitter gerät. Auch wie man seinen Rucksack clever packt und sich für jegliche Wetterlagen bestmöglich kleidet, lernten wir. Wichtiges Wissen, das viel zu häufig vernachlässigt wird, obwohl es Leben retten kann.

Zum Üben stand das 30-Liter-Modell aus der Alpinisto-Serie von Gregory zur Verfügung, die sich an Alpinbegeisterte richtet, die sich auf ihren Rucksack ebenso verlassen wollen wie auf ihre Seilpartner:innen und Steigeisen. Herzstücke aller Alpinisto-Modelle, die sich je nach Volumen in Sachen Traglast, Zugriff und Detailausstattung unterscheiden, sind das atmungsaktive AirCushion-Rückenpanel, das Hitzestau und Schweißansammlungen bei heißen Temperaturen und anstrengenden Anstiegen verhindert, sowie der anpassungsfähige Hüftgurt, die für Bewegungsfreiheit und Tragekomfort sorgen. Wer sich jetzt fragt, welches Rucksackmodell geeignet ist und wie man die richtige Passform findet: Antworten und weitere Expertentipps gibt es hier.

Foto: Fabio Keck

Der nächste Morgen begann wolkenverhangen, doch immerhin trocken, sodass wir uns endlich in Richtung Klettersteig aufmachen konnten, um möglichst noch am Vormittag das Ellmauer Tor zu erreichen. Gegenseitig pushten wir uns über den Klettersteig, überwanden nicht nur Höhenmeter, sondern teilweise auch -ängste, um am Ende mit den lang herbeigehofften Sonnenstrahlen und freiem Blick auf die schroffen Kalkwände des Wilden Kaisers und die umliegenden Täler belohnt zu werden. Dieses einzigartige Panorama, gepaart mit dem Gruppengefühl sorgte für so einige stolze High-Fives und innige Umarmungen am Gipfel, bevor es dann gemeinsam voll neu gewonnener Berg-Euphorie wieder nach unten und zurück in den Alltag ging.

Unsere wichtigsten Learnings haben wir für euch zusammengefasst:

Wie plane ich meine Route?

  • Eigene Kondition und Erfahrung realistisch einschätzen
  • Tourenlänge, Höhenmeter und Schwierigkeit vorab genau prüfen
  • Aktuelle Wettervorhersage beachten
  • Genügend Zeitreserven einplanen
  • Alternative Routen und mögliche Notabstiege kennen
  • Kartenmaterial oder GPS-Track vorab herunterladen (Unser App-Tipp: Bergfex)
  • Einkehrmöglichkeiten und Wasserstellen recherchieren
  • Jemanden über die geplante Route informieren und sich bei einem Hüttenaufenthalt unbedingt ins Hüttenbuch eintragen

Nicht vergessen: Eine gute Tourenplanung beginnt vorher zu Hause – und kann im Ernstfall entscheidend sein! Lieber konservativ planen und Reserven einbauen, als sich unterwegs von Zeitdruck oder Wetter überraschen zu lassen.

Was ziehe ich an?

Das Wetter am Berg macht nicht immer, was wir wollen, und kann sich in kurzer Zeit ändern. Die richtige Kleidung macht den Unterschied. Bewährt hat sich das sogenannte Zwiebelprinzip: Mehrere Kleidungsschichten ermöglichen es, flexibel auf Temperaturwechsel, Wind oder Niederschlag zu reagieren.

Die Basis bildet eine atmungsaktive Funktionsschicht direkt auf der Haut. Darüber folgt eine isolierende Mittelschicht, beispielsweise aus Fleece oder leichtem Kunstfaser-Material. Die äußere Schicht sollte wind- und wasserdicht sein und gleichzeitig ausreichend Atmungsaktivität und Flexibilität bieten. Auch im Sommer gehören eine Regenjacke, eine leichte Wärmeschicht, gegebenenfalls eine Mütze oder ein Stirnband ins Gepäck. Gerade auf Gipfeln oder bei Wetterumschwüngen können die Temperaturen deutlich niedriger ausfallen als im Tal.

Hier sind einige Empfehlungen für eure Layers:

Foto: Fabio Keck

HELLY HANSEN Loke Jacket

  • Wasserdichte und atmungsaktive HELLY TECH® Performance-Membran
  • 2,5-lagige Konstruktion für zuverlässigen Wetterschutz
  • Obermaterial aus 100 % recyceltem 40-Denier-Ripstop-Gewebe
  • Leicht und komprimierbar – passt problemlos in den Rucksack
  • Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen für optimale Luftzirkulation
  • Verstellbare Kapuze für individuellen Wetterschutz
  • Verbesserte Passform für höheren Tragekomfort und mehr Bewegungsfreiheit
  • Integrierter Schutzprint zum Schutz der Membran und für längere Haltbarkeit
  • Reparierbarer Frontreißverschluss für eine verlängerte Lebensdauer
  • In die Kapuze integrierter RECCO®-Reflektor zur besseren Auffindbarkeit im Notfall

HELLY HANSEN Shine Solen Tshirt / Shine Solen Half-Zip Sun Hoodie

  • Leichte, elastische Oberteile für sommerliche Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Trailrunning, Klettern oder Bergtouren
  • UPF 50+ Sonnenschutz zum Schutz vor intensiver UV-Strahlung
  • Atmungsaktives und feuchtigkeitsableitendes Material für hohen Tragekomfort
  • bluesign®-zertifiziert und mit recycelten Materialien gefertigt
  • Daumenlöcher und eine Pferdeschwanzöffnung in der Kapuze des Zippers

Helly Hansen Women’s Versalite Fleece Jacket

  • Leichte, funktionelle Fleecejacke für Outdoor-Aktivitäten und Alltag, ideal als Midlayer
    • Grid-Fleece-Material für optimale Wärmeisolierung bei hoher Atmungsaktivität
    • Feuchtigkeitsableitend und schnelltrocknend

Was noch?

  • Sonnenschutz nicht vergessen!
    • Sonnenbrille
    • Kappe, Mütze oder Hut
    • Sonnencreme
  • Feste, idealerweise wasserdichte und gut eingelaufene Wanderschuhe tragen
  • Ersatz-Shirt oder leichte Wechselkleidung einpacken

Wie packe ich meinen Rucksack?

  • Gewicht minimieren: Nur mitnehmen, was wirklich benötigt wird.
  • Schwere Gegenstände körpernah platzieren: z.B. Wasser, Kocher oder Proviant möglichst nah am Rücken verstauen.
  • Mittlere Gewichte in die Rucksackmitte: Für eine gute Balance beim Gehen.
  • Leichte Gegenstände nach unten und außen: z.B. Schlaf-/Hüttenschlafsack oder Kleidung
  • Häufig benötigte Dinge griffbereit halten: z.B. Regenjacke, Karte / GPS, Snacks, Wasser, Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set
  • Gewicht gleichmäßig verteilen: Rechts und links möglichst ausbalancieren.
  • Empfindliche Ausrüstung schützen: Elektronik und Dokumente wasserdicht verpacken. (Wie wichtig das ist, haben wir selbst erlebt!) Dazu:
    • Regenhülle für den Rucksack
    • Trockensäcke oder Plastiktüten im Inneren
  • Kompressionsriemen nutzen: Verhindert, dass der Inhalt verrutscht.
  • Außen nur das Nötigste befestigen: Hängende Gegenstände beeinträchtigen die Balance. Mit dem Gregory Alpinisto allerdings kein Problem! Helm und Klettersteigset sowie Seile lassen sich dank variabler Riemen und Schnallen stabil fixieren.
  • Trinksystem oder Wasserflaschen gut erreichbar platzieren.
  • Notfallausrüstung immer dabeihaben:
    • Erste-Hilfe-Set
    • Stirnlampe
    • Handy mit geladenem Akku, ggf. Powerbank
    • Notfalldecke
  • Vor dem Start das Tragesystem anpassen:
    • Hüftgurt trägt den Großteil des Gewichts, Gewicht sollte auf der Hüfte sitzen
    • Schultergurte nur zur Stabilisierung
    • Brustgurt korrekt einstellen

Beispiel für bewährte Packreihenfolge:

  1. Schlafsack / Wechselkleidung / Wertgegenstände
  2. Schwere Ausrüstung nah am Rücken
  3. Leichtere Ausrüstung
  4. Verpflegung und Wasser
  5. Regenjacke und häufig benötigte Gegenstände ganz oben oder leicht erreichbar an seitlichem Zugriff platzieren
  6. Kleinteile in Deckel- und Hüfttaschen verstauen
Foto: Fabio Keck

Wie schütze ich mich am Berg vor Gewitter?

Gewitter gehören zu den größten Gefahren im Gebirge. Deshalb gilt: Wetterberichte bereits vor der Tour prüfen und die Entwicklung während des Tages im Auge behalten. Idealerweise früh starten, um nachmittäglichen Gewittern zu entgehen. Ziehen dunkle Wolken auf, sind Donnergeräusche zu hören oder bauen sich Quellwolken schnell auf, sollte man rechtzeitig umkehren oder einen sicheren Abstieg antreten. Gipfel, Grate, Klettersteige und exponierte Bereiche sollten bei Gewittergefahr konsequent gemieden bzw. umgehend verlassen werden.

Kommt ein Gewitter überraschend näher, gilt es, Abstand zu Metallgegenständen, einzelnen Bäumen und exponierten Stellen zu halten. In einer Mulde oder Senke kann man in der Hocke auf isolierendem Material wie Rucksack oder Seil sitzen und die Füße eng zusammenstellen. Wichtig ist vor allem, frühzeitig zu reagieren und riskante Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Auch unsere Bergführer betonten: Die beste Gewitterstrategie ist immer die rechtzeitige Entscheidung zur Umkehr – nicht das Ausharren!

Wie reinige ich Funktionskleidung und Equipment?

Funktionskleidung

  • Pflegehinweise beachten
  • Spezielle Waschmittel für Funktionsbekleidung verwenden (z.B. von Nikwax oder Grangers)
  • Auf Weichspüler verzichten!
  • Reißverschlüsse vor dem Waschen schließen
  • Imprägnierung regelmäßig erneuern

Rucksäcke und Equipment

  • Schmutz mit Wasser und weicher Bürste entfernen
  • Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden
  • Ausrüstung vollständig trocknen lassen, am besten hängend
  • Trocken und gut belüftet lagern, um Schimmelbildung, Gerüche und Materialschäden zu vermeiden

Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer von Kleidung und Ausrüstung deutlich!

Foto: Mat Gartner

Wohin geht’s?

Ellmauer Tor (1.981 m)

Anspruchsvolle Erlebnistour, die mit beeindruckenden Ausblicken belohnt und echtes alpines Berggefühl vermittelt. Erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Grundkondition. 900 Höhenmeter, ca. 5 Stunden Gehzeit (Gesamtdauer für Hin- und Rückweg ca. 7 bis 8 Stunden).
Infos hier.

Rundwanderung zur Gruttenhütte (1.620 m)

Eine abwechslungsreiche Wanderung zur höchstgelegenen Hütte am Wilden Kaiser mit aussichtsreichen Passagen und Panoramablick. 860 Höhenmeter, 5,5 bis 6 Std Gehzeit.
Infos hier.

Kaiserkrone Mehrtageswanderung

Für alle, die mehrere Tage in den Bergen verbringen möchten. Die 5-Tages-Tour führt auf ca. 58 Kilometern und rund 4.000 Höhenmetern im Auf- sowie Abstieg einmal rund um das imposante Massiv des Wilden Kaisers und zu den schönsten Plätzen mit fantastischen Aussichten vom Chiemsee bis zum Großglockner. Etappenlängen von 8 bis 16,5 Kilometern und Gehzeiten von rund fünf bis sieben Stunden pro Tag.
Infos hier.

Kaiserblüte-Wanderungen

Die Kaiserblüte verbindet als Sternwanderung sechs ausgewählte Tageswanderungen zu einem ganzheitlichen Naturerlebnis. Auf insgesamt 76 Kilometern und 5.050 Höhenmetern erschließen sich Wandernden fünf prägende Lebensräume der Region: Wald, Wasser, Fels, Moor und Alm. Jede Etappe erzählt dabei ein eigenes Naturkapitel – intensiv, eindrucksvoll und doch ohne Hüttenübernachtung oder Gepäcktransport.
Infos hier.

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